Testbericht: Triton Ladoga-1 Advanced

Verfasst von: LihofDirk
09.01.2012
Einsatzart: Mehrtagestouren -Großgewässer
Kaufpreis: 1650.00€
Bewertung: fullstar,fullstar,fullstar,fullstar,nostar,

Ausführlicher Bericht

Ich habe das 2008er Modell, darauf Bezieht sich der Test, nur der Kaufpreis ist auf 2012 angepaßt.

Aufbau

Der Aufbau wird inzwischen innerhalb einer knappen halben Stunde erledigt, es ist etwas Kraft erforderlich.
Abweichungen von der Aufbauempfehlung:
-Die obligatorische Plastiktüte wird über das Buggerüst geschoben
-Beim Einschieben von Bug- und Heckteil achte ich penibel auf die genaue Zentrierung, die Decksstange muß einfach entlang des Decksstreifens geschoben werden, dann gibt es auch später keine Probleme mit dem Süllrand
-Zum Verschieben des Sitzes benutze ich einen Spanngurt, mit dem ich die Senten in der Mitte zwischen Spant 2 und 4 zusammenziehe, damit der Sitz besser rutscht.
-Der Süllrand wird erst eingebaut, wenn alle Senten an ihrem Platz sind, und das Boot mit Spanten 3 und 4 sowie dem Halbspant gespannt ist

Einsatz
Das Boot kam bei unterschiedlichen Mehrtagestouren zum Einsatz, u.a. auf Rhein, Main, Neckar uns Mosel sowie der Mecklenburger Groß- und Kleinseenplatte. Die kleinsten befahrenen Gewässer waren die Schwanhavel und diverse Altrheinarme.
Das Boot überzeugt durch guten Geradeauslauf, auch ohne Steuer läßt es sich mit Kanten gut um Kurven dirigieren. Ohne Kanten sind Bogenschläge nahezu wirkungslos und unnötige Kraftanstrengung. Dafür lassen sich kleine Kurskorrekturen (z.B: Wind oder Wirbel Korrekturen) durch Kanten während der normalen Paddelschläge gut und ohne Geschwindigkeitsverlust durchführen.
Auch in (Schiffs- oder Wind-)Wellen hat sich das Boot gutmütig verhalten, auch über dem Deck brechende Wellen führen nicht zu Stabilitätsverlust. Die Persenning hält (weitestgehend) dicht. Bis jetzt aufgetretene geringe Mengen Wasser, die abends im Boot waren, können auch Schweiß und über die Schuhe eingeschleppte Feuchtigkeit gewesen sein. Wenn die Seitenschläuche zu prall aufgeblasen werden kann es sein, daß das Klett der Persenninghalterung an den Seiten übersteht. Die Seitenschläuche müssen nicht so prall aufgeblasen werden, daß sie das Boot stabilisieren.
Das Beladen ist einfach, da die Persenning eine große Ladeluke freigibt. Der Raum vor dem erste Spant ist unterwegs schwierig zu benutzen (be- und entladen), daher bietet es sich an, dort den Packrucksack zu verstauen. Dazu wird er am Besten zusammen mit dem Gerüst in die Haut geschoben.
Durch Spant 3 passen Bootswagenräder bis 16'' (Fahrradanhängerräder)
Zum Transport des beladenen Bootes nicht die Haltegriffe an Deck benutzen, da sonst die Spanten (besonders Spant 5) aus der Halterung am Kielrohr rutshcne können. Besser ist es, unter das Kielrohr zu fassen, dann läßt sich das Boot auch beladen gut tragen. Das Gerüst ist dafür ausreichend steif.
Die Fahrgeschwindigkeit wird durch eine Buglastige Trimmung positiv beeinflußt. Z.B. indem ein Wassersack in den vorderen Stauraum gelegt wird. Beim Surfen mit Wellen von Hinten kann das Surfverhalten durch Gewichtsverlagerung zum Heckk positiv beeinflußt werden.

Abbau
Die einfachste (und für Umstehende amüsanteste) Methode, das Buggerüst aus dem Boot zu entfernen besteht darin, in die Spitze des Bootes zu kriechen und an Spant 1 zu ziehen. entweder löst man dadurch den Spant 1 aus dem Buggerüst oder das ganze Buggerüst aus der Haut.

Modifikationen
AUs LKW-Plane wurden Halterungen für eine Rundumleine geschnitten, und angeklebt.

Fazit

Bequemes Boot für längere Gepäcktouren. Mit Kanten gut steuerbar, eine Sitzprobe vor Kauf ist empfehlenswert, da nicht jeder mit der Bootsform zurecht kommt (relativ enge Luke, dafür brieter Knieschluß).
Der Aufbau wird mit einiger Gewöhnung erträglich bis leicht, für die schnelle Feierabendrunde wird man das Boot eher nicht aufbauen.
Für ein Faltboot außergewöhnlich steife Konstruktion.

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